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BASE Datenautomatik deaktivieren und abschalten

 

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BASE Datenautomatik deaktivieren und abschalten – Die Kunden von BASE hatten 2016 ein eher unruhiges Jahr. Nach der Übernahme durch O2 wurden Anfang 2016 die Kunden auf das O2 Netz umgestellt (ob sie es wollten oder nicht) und im Juli 2016 wurde die Marke dann neu gestartet und bekam eigene Handytarife spendiert. Daher gibt es derzeit bei den BASE Kunden eine Zweiteilung: Kunden mit O2 Tarifen von Mitte 2016 und Kunden, die bereits die neuen Handytarife von BASE haben. Die BASE Tarife nutzen zwar mittlerweile alle das Netz von O2, aber es gibt durchaus Unterschiede: vor allem bei der Datenautomatik.

Wir haben daher diesen Artikel in zwei große Bereiche aufgeteilt, die sowohl die neuen Handytarife als auch die älteren Verträge behandeln und dabei jeweils auf die Unterschiede eingehen.

Die BASE Datenautomatik für Tarife ab dem 5.7.2016

Die neuen Handytarife ab dem 5. Juli 2017 bei BASE betreffen ausdrücklich nur Neukunden, die sich ab diesem Daten für eine Flatrate von BASE entschieden haben. Alle bestehenden Tarifen wurden durch die neu eingeführten Tarife nicht verändert und bestehen mit ihren Tarifdetails weiter.

Die neuen Tarife unter dem Namen BASE Light, Pur, Plus und Pro haben dabei alle ausdrücklich KEINE Datenautomatik. BASE hat sich erfreulicherweise entschieden, bei diesen neuen Tarifen auf die Datenautomatik zu verzichten. Das ist auch direkt in den Tarifdetails so fest gehalten. Ist das monatliche Datenvolumen aufgebraucht, wir daher in den neuen BASE Tarifen sofort gedrosselt und kein Datenvolumen automatisch nachgebucht. Im Kleingedruckten ist dazu wie folgt fest gehalten:

Datenvolumen für mobiles Surfen mit bis zu 21,6 Mbit/s (Upload bis zu 11,2 Mbit/s) im dt. Mobilfunknetz pro Kalendermonat enthalten. Nach Verbrauch des im Tarif enthaltenen Datenvolumens wird die max. Down- und Uploadgeschwindigkeit bis zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums auf bis zu 64 KBit/s reduziert.

Mit den neuen Tarifen haben Kunden also die Sicherheit, dass sie nur die monatliche Grundgebühr zahlen und keine weiteren automatisch gebuchten Datenpakete. Da BASE dies auch in den Tarifdetails so vermerkt hat, kann man sich auch darauf berufen. Das bedeutet beispielsweise, das BASE vor einer Einführung einer Automatik erst informieren muss und dem Kunden dann ein Kündigungsrecht zusteht.

Die neuen Tarife bei BASE sehen wie folgt aus:



Keine Tarife gefunden
Bitte versuchen Sie eine andere Auswahl.


Den Überblick über alle Handy-Tarife gibt es hier: Handy Tarife Vergleich. Details zur Funktionsweise unseres Tarifrechnets haben wie hier zusammengefasst: So arbeitet unser Tarifrechner.

Die BASE Datenautomatik für Tarife vor dem 5.7.2016

Die älteren Tarife, die vor dem 5. Juli 2016 abgeschlossen wurden, erfassen sowohl die älteren BASE Tarife, die aus dem Eplus Netz umgestellt worden sind, als auch die neuen Handytarife die im O2 Netz bis 5.7. abgeschlossen wurden. In beiden Fällen gibt es eine Datenautomatik, die kostenpflichtig Datenvolumen nachbucht, wenn das eigene Volumen aufgebraucht ist. Die Abschaltung dieser Automatik ist leider nicht direkt im Kundenbereich möglich, sondern man muss den Anbieter direkt kontaktieren. Das ist in der Regel über die BASE Hotline möglich.

Das Unternehmen schreibt dazu in den FAQ:

  • Kündigung nach Freischaltung des Tarifs telefonisch unter 089 / 787979400 oder über die Kurzwahl 55222 (einmalig 20 Cent aus dem BASE/o2 Netz) möglich

Nicht wundern: diese Rufnummer leitet mittlerweile auf O2 weiter, da BASE von O2 übernommen wurde. Man kann sein Anliegen aber auch ohne Probleme dort anbringen.

Etwas ärgerlich ist, dass BASE die Rufnummer mittlerweile zu verstecken scheint und es damit schwerer macht, mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Auch der FAQ Bereich ist zum Thema Datenautomatik nicht besonders aussagekräftig. Da dies derzeit bei BASE so kompliziert geregelt ist, hätten einige zusätzliche Informationen für die Kunden an dieser Stelle nicht weh getan sondern würden zeigen, dass man die Kunden und ihre Fragen ernst nimmt.

Datensnacks statt Datenautomatik

In den neuen Tarifen bietet BASE an, bei Verbrauch des monatlichen Inklusiv-Volumen selbst Datenvolumen nachzubuchen. Das passiert allerdings nicht automatisch, sondern Kunden bekommen dazu eine SMS und können dann entscheiden, ob sie diese Möglichkeit nutzen.

Dabei gibt es zwei Varianten:

  • „BASE Light“ und „Pur“: 500MB zusätzliches Datenvolumen für einmalig 4.99 Euro
  • „BASE Plus“ und „Pro“. 2GB zusätzliches Volumen für einmalig 14.99 Euro

Die Buchung kann dabei auch Mehrfach im Monat durchgeführt werden. Die Kosten dafür summieren sich dann auf, für drei Mal 500MB zahlt man also am Monatsende über die Rechnung 3×4.99 Euro extra. Man muss dieses Angebot allerdings nicht annehmen. Dann wird ganz normal gedrosselt und es entstehen keine weiteren Mehrkosten.

Die Datenautomatik – das sagen die Gerichte

Das neuste Urteil aus diesem Bereich stammt vom Februar 2016 und wurde durch das Langericht München (Az. 12 O 13022/15) erlassen. Darin sahen die Richter die Regelungen der Datenautomatik von O2 sehr kritisch. Die Verbraucherzentrale hatte dieses Urteil ersttritten und schreibt dazu:

Die Richter schlossen sich der Auffassung der Verbraucherschützer  an, dass die Klauseln zur Datenautomatik unwirksam sind.  Die Hauptleistung des Vertrags sei durch die monatliche Grundgebühr abgegolten. Sowohl das von der Beklagten verwendete automatische Tarif-Upgrade als auch die automatische Erweiterung des Datenvolumens stellten eine einseitige Änderung des Hauptleistungsversprechens dar. Entgelte für weitere Leistungen seien nur zulässig, wenn der Kunde jeder Extrazahlung aktiv zustimme. Es reiche nicht aus, das Zusatzentgelt in einer Geschäftsbedingung zu regeln und den Kunden per SMS über die Leistungserweiterung zu informieren.Außerdem monierten die Richter, dass auf der Internetseite nicht klar, einfach und präzise dargestellt sei, welche finanziellen Folgen die Datenautomatik nach sich ziehe.

O2 ist gegen dieses Urteil allerdings in Berufung gegangen, es ist also nicht rechtskräftig sondern wird in der nächsten Instanz weiter verhandelt.

Die Kritik an der Datenautomatik ist allerdings nicht neu. Bereits 2015 hatte die Verbraucherzentrale NRW Eplus wegen der gerade neu eingeführten BASE Datenautomatik eingeführt. Dort schreibt man dazu:

Die seit Anfang Juni 2014 vorgenommenen Vertragsänderungen streicht E-Plus zum 1. August nun wieder. „BASE-Kunden, die sich nie bewusst für die Datenautomatik entschieden haben, können ungewollten Zusatzkosten und Tarifumstellungen widersprechen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW, dass sich die Unterlassungserklärung des Telefonanbieters direkt für Kunden auszahlt. Die Datenautomatik sollte seit 1. Juni für alle neu abgeschlossenen Verträge gelten und dann auch sukzessive bei automatischen Vertragsverlängerungen in die Verträge einbezogen werden

Allerdings kam es in diesem Fall nicht zu einer gerichtlichen Verhandlung sondern BASE bzw. Eplus hatten eingelenkt und beanstandeten Klauseln wieder aus den AGB gestrichen. Daher war ein Gerichtsprozess nicht notwendig.

Insgesamt ist die rechtliche Situation im Bereich der Datenautomatiken noch nicht abschließend geklärt. Für Kunden deutet das leider auch, dass man die Datenautomatik des Anbieters entweder akzeptieren kann oder den Tarif nicht nutzt. Mehr Möglichkeiten dazu gibt es leider nicht.

Autor Bastian Ebert

Autor
Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen - einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir und meinem Hintergrund: Wer schreibt hier?

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